Auf den Punkt-Kommunikation – besonders bei schwierigen Themen

Ich erlebe immer wieder, wie lange manche Menschen brauchen, um auf den Punkt zu kommen. Sie reden und reden um den heissen Brei herum. Die Zuhörer (falls nach einer Weile noch welche da sind) brauchen schon beinahe “Urlaub”, um erleben zu können, wann denn wohl die eigentliche Botschaft erscheinen wird.

Mag diese “Um den heissen Brei”-Kommunikation im zwischenmenschlichen Smalltalk noch ganz nett sein, so ist sie in der schriftlichen Kommunikation unerwünscht und “kontraproduktiv”. Denn die meisten E-Mails oder Briefe werden nur sehr oberflächlich und schnell “gescannt” und wandern dann in den Müll!

Dies ist besonders ärgerlich, wenn der “Verfasser” etwas Wichtiges, beispielsweise ein schwieriges Thema, kommunizieren will.

Haben Sie bis hierher gelesen? Das ist toll, dann zeige ich Ihnen jetzt, wie eine schriftliche “Auf den Punkt”-Kommunikation bei einem schwierigen Thema aussehen könnte!

 

Ein Unternehmen ist am Anschlag!

Unser fiktiver Fall handelt von einem Unternehmen, dass sich nicht mehr in der Lage sieht, bestimmte Produktangebote aufrecht zu halten. Es handle sich um ein Unternehmen wie INCONET und der Firmeninhaber sei in einer ähnlichen Lage wie ich. Er ist also zu 50 Prozent auch noch Life-Coach und Therapeut.

Er möchte nun seine Kunden darüber informieren, dass er zukünftig keine Homepage-Erstellung (und Service für bestehende Homepages) mehr anbieten wird, weil die Zeit einfach nicht mehr reicht, um die gesamte Angebotspalette in beiden Business-Bereichen zu “leben”.

 

Die “Um den heissen Brei”-Version

Sehr geehrter Herr …,

Sie sind ja schon seit vielen Jahren Kunde in unserem Hause und ich hoffe, Sie waren stets zufrieden mit unseren Homepage-Dienstleistungen. Wie Sie sicherlich wissen, bin ich ja nicht nur Geschäftsführer von … – sondern engagiere mich auch sehr im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und in der therapeutischen Arbeit. Beide Bereiche erfüllen mich sehr.

Wir leben in Zeiten grundlegender Veränderungen und vieles ist dabei, sich auch in meinem Leben zu ändern. Ich schreibe Ihnen heute, um Sie bezüglich einer wichtigen Veränderung in unserem Hause zu informieren.

Es fällt mir nicht ganz leicht und sicherlich merken Sie dies und ich weiss auch nicht, wie ich es richtig sagen soll. Es ist einfach so, dass wir, nach langen und intensiven Überlegungen, zu dem Ergebnis gekommen sind, bestimmte Dienstleistungsbereiche in unserem Unternehmen nicht mehr anzubieten.

Ich bitte um Ihr Verständnis, dass wir, schweren Herzens, im Internetbereich, ab sofort keine Homepages mehr erstellen werden, da sich meine persönlichen Interessen doch sehr geändert haben.

Auch alle Dienstleistungen rund um die Homepage-Erstellung werden wir einstellen und somit auch den Service um Ihre bestehende Homepage.

 

Die “Auf den Punkt”-Version

Lieber Herr …,

Sie finden im Anhang dieses Schreibens unseren neuen Gratisleitfaden
“Mehr Homepage-Erfolg und das ganz ohne Homepage-Service”!

Ich habe mich entschieden, das Thema Homepage und Homepage-Service aus unserer Produktpalette zu streichen, denn ich halte es für nicht mehr zeitgemäß.
Und so werden wir ab dem xx.yy.zz auch für Ihre derzeit bestehende Homepage keinen Service mehr anbieten.
Die gute Nachricht lautet: es gibt heute Homepage-Systeme, die sich selbst so gut optimieren, dass es keinen Service mehr braucht, somit keine Servicekosten mehr entstehen und dadurch Ihr Gewinn mehr gewinnt.

Alle relevanten Informationen finden Sie im beigefügten Gratisleitfaden und natürlich ist dort auch Ihr persönliches Umstellungsangebot auf “die Zukunft” enthalten.

Geniessen Sie es und in einigen Tagen rufe ich Sie gerne an und wir besprechen, wie wir vorgehen.

Ich wünsche Ihnen, wie immer, das Beste!

….

 

Der Unterschied

Ihr Kunde wird sich im Regelfall eher für seine Probleme interessieren als für Ihre. Also verschonen Sie ihn doch einfach gleich damit und entwickeln Sie lieber eine Winner-Winner-Strategie.

Im hier gezeigten Beispiel lautet die Botschaft:
“Ich habe nichts mehr mit Homepages am Hut”.

Anstatt nun den Kunden im Regen stehen zu lassen, kommunizieren Sie ihm auch gleich eine Lösung, nämlich die Umstellung auf ein Homepagesystem, bei dem er selbst den “Service” in der Hand hat.
Somit bieten Sie einen wichtigen Vorteil!

Es gilt immer:
Kommunizieren Sie kurz und prägnant, was Sie zu sagen haben. Kommunizieren Sie, welche Vorteile sich aus der “Veränderung” für den Kunden ergeben.

Alles andere gehört, wenn überhaupt, in ein persönliches Gespräch.

Um es noch deutlicher zu sagen:
Bringen Sie Ihre Botschaft “auf den Punkt” und nicht Ihr Privatleben, Ihre Gefühle oder Ihre Probleme und Unsicherheiten.

:-)

Comments

  1. Hallo Frank!

    Wie viel Fiktion steckt noch in deinem Beispiel? Für mich klingt es schon ziemlich konkret…

    Doch zum Thema:
    Zum einen ist präzise Kommunikation eine Trainingssache und der Alltag bietet genügend Übungs-Chancen.
    Zum anderen haben viele Menschen das innere Bedürfnis, sich zu erklären und zu rechtfertigen. Das hat primär nichts mit Kommunikation zu tun, sondern mit anderen Ursachen. Darauf zielt mein Kommunikations-Paket ab.
    Wer sich dafür interessiert, darf oben auf meinen Namen klicken!

    Ich wünsche Ihnen interessante und lehrreiche Begegnungen!

    Angela Braun

  2. Hallo Angela,

    siehst Du, so ist das mit der Wahrnehmung. Für Dich ist es “konkret”, für mich ist es Fiktion.

    Das innere Bedürfnis, sich zu erklären und mitzuteilen – das mag ja ein Bedürfnis sein (obwohl es eher Blockaden sind) und es gehört sicher nicht ins Business und die Business-Kommunikation.

    Wenn Du also sagst, es gehört nicht zur Kommunikation und Du gleichzeitig die anderen Ursachen in ein “Kommunikationspaket” packst, ist das dann nicht ein Widerspruch in sich?

    Meine Wahrheit ist:
    im Business braucht es “Auf den Punkt”-Kommunikation und nicht “Um den heissen Brei”-Kommunikation.

    Klar darfst Du das anders sehen :-)

    So, nun hoffe ich, dass Deine Werbung hier Wirkung für Dich bringt!

    Frank

    • Hallo Frank!

      “Wenn Du also sagst, es gehört nicht zur Kommunikation und Du gleichzeitig die anderen Ursachen in ein “Kommunikationspaket” packst, ist das dann nicht ein Widerspruch in sich?”

      Das hängt von deiner Betrachtungsweise ab.

      Kommunikationsprobleme sind die Auswirkung. Die inneren Bedürfnisse bzw. Blockaden die Ursache. Ändere ich die Ursache, ändert sich auch die Wirkung, nämlich die Kommunikation.
      Trotzdem darf man im Alltag achtsam sein und sich selbst reflektieren. Dein Tipp, ab und zu das Diktiergerät mitlaufen zu lassen und sich selbst zuzuhören, hat mir schon manchen Lerneffekt beschert!

      Danke dafür :P

      Angela